SWR-Reporter zu Gast am Scheffold-Gymnasium

Jürgen Klotz in den Jahrgangstufen 1 und 2

Wozu braucht es heute noch Journalisten? Mit dieser Einstiegsfrage konfrontierte Jürgen Klotz, Reporter beim SWR in Ulm, die Schülerinnen und Schüler bei seinem Besuch am Scheffold-Gymnasium. Und legte gleich noch ein paar Zahlen nach: von acht Milliarden Menschen auf der Welt haben ungefähr 6 Milliarden Zugang zu Sozialen Medien. Dort kann man sich rund um die Uhr informieren – und jeder kann veröffentlichen, was er will. Braucht es dann den Beruf des Journalisten noch?

Schnell kam man auf den Begriff der „Fake News“ – absichtlich verbreitete Falschmeldungen, die wie journalistische Berichte aussehen, aber erfunden oder stark verfälscht sind. Was macht das mit einer Gesellschaft? Anhand von vielen anschaulichen Bildern und Texten präsentierte Klotz eine Auswahl an Beispielen für Fake News der letzten Jahre. Dabei war das Bild, welches fälschlicherweise auf ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen SS-Führer Fritz von Scholz und Olaf Scholz hinwies und in Russland erschien ebenso Thema wie die rund 30.500 irreführenden oder falschen Nachrichten, die Donald Trump laut dem „FactChecker“ Team der Washington Post allein in seiner ersten Amtszeit verbreitet haben soll.

Es sei schwierig, nicht auf Fotos reinzufallen, betont Klotz, da „kein Tag vergeht, wo kein Fake-Bild rausgeht.“  Fake News würden die Gesellschaft verunsichern, aufwühlen und Hass erzeugen. Den Kopf einschalten, selber denken und sorgfältig die Quellen checken – wie das im seriösen Journalismus geht, zeigte er am Beispiel eigener Recherchen. Und betont, dass dabei das Recht auf freie Berichterstattung immer wieder verteidigt werden muss. Freie Medien gelten als Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften. Weltweit sind aber die autoritär regierten Länder, in denen die Medien unterschiedlich stark kontrolliert werden, in der Überzahl.

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