
Aus der Vergangenheit lernen
Lukas und Raphael aus der Klasse 9b berichten vom Besuch der KZ-Gedenkstätte
Am Donnerstag, den 28.02.2026 fand die Exkursion der 9. Klassen zur KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg bei Ulm mit unseren Geschichtslehrern Frau Bader, Herr van der Meijden, Herr Haß-Feuchter und unserem Religionslehrer Herr Weinberger statt. Diese Exkursion bildete die Ergänzung zum Geschichte-Unterricht, in dem wir zuvor die Hintergründe des NS-Gedankenguts und deren Folgen erarbeitet haben.
Früh am Morgen versammelten wir uns an der Bushaltestelle in der Nähe unserer Schule. Von dort aus fuhren wir mit einem Reisebus etwa 1,5 Stunden zur KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg, während unsere Lehrer uns den genauen Ablauf, die Verhaltensregeln in einer Gedenkstätte und die letzten wissenswerten Informationen vermittelten.
Als wir dort ankamen, wurden wir herzlich empfangen. Schon bei der Ankunft konnte man die dunkle und erschreckende Atmosphäre, die von den dicken Mauern und den Stacheldrahtzäunen ausging, spüren.
Unsere Führung dauerte zwei Stunden und war prall gefüllt mit Informationen zu den Häftlingen und der Entstehung dieses KZs. Hierzu besuchten wir mit unserer Gästeführerin die Ausstellung im Haupthaus, in der Bilder der damaligen Zeit und Zitate der Häftlinge gezeigt wurden.
Nach der vollständigen Besichtigung der Ausstellung gingen wir auf das weitläufige Gelände mit den beeindruckenden, aber dennoch erschreckenden Bauten. Solange wir uns auf dem Gelände überirdisch bewegten, schien es bis auf die Mauern ,,luftig“.
Doch je weiter man sich in die dunklen und feuchten Katakomben wagte, desto unheimlicher und enger wurde es. Die langen, engen Gänge und die große Anzahl der Schüler aus unseren Klassen sorgten dafür, dass man sich viel mehr in den „überfüllten“ Aufenthaltsort der Häftlinge hineinversetzen konnte. Als wir aus den engen Gängen wieder ans Tageslicht kamen, spürte man dieses Gefühl der ,,Freiheit“ umso mehr: „Kein ständiges Tropfen von der Decke.“
Nach der Führung hatten wir eine Stunde Zeit, das Gelände auf eigene Faust zu erkunden. Jedoch nutzten viele diese Zeit, um die erschreckenden Erfahrungen zu verarbeiten. Wir hatten die Möglichkeit, aus verschiedenen Aufgaben zu wählen, die wir dann erledigten. Unsere Aufgabe war es, verschiedene Orte anhand von Zitaten der Gefangenen zu finden und diese dann zu fotografieren. Hierbei blieben uns die schlimmen Verbrechen, die hier geschahen, immer bewusst. Die Bilder und die Zitate haben wir dann in der nächsten Unterrichtsstunde besprochen.
Nach den Workshops wurden wir verabschiedet und fuhren in die Innenstadt von Ulm. Dort zeigten uns unsere Lehrer die neue Synagoge, die 2012 in der Nähe der alten Synagoge gebaut wurde, und erklärten uns die Geschichte der alten Synagoge, die nach der Reichspogromacht abgerissen wurde. Anschließend sahen wir den Stolperstein von Lina Einstein die Cousine von Albert Einstein und sprachen über die Bedeutung von Stolpersteinen. Die Rückfahrt war für die Schüler der richtige Zeitpunkt, die verschiedenen Erlebnisse zu verarbeiten und einzuordnen.
Insgesamt war dieser Ausflug informativ, aber auch angsteinflößend. Besonders grausam fanden wir die Art der Unterbringung und den Umgang mit den Häftlingen. Ein Beispiel dafür war, dass sie auf dem Appellplatz kriechen mussten und von den Soldaten der SS geschlagen wurden, nur um sie zu demütigen. Es fiel uns schwer, sich ein solches Verhalten in der heutigen Zeit vorzustellen.
Unserer Meinung nach sind solche Exkursionen wichtig, um die Geschichte besser zu verstehen und aus der Vergangenheit zu lernen.
Lukas Häufele und Raphael Hennig
im Namen der Klasse 9
Scheffold-Gymnasium