
Es war einmal ein Gletscher
Bahnhof Schwäbisch Gmünd, der 23.07.2025, 7.40 Uhr: 8 SchülerInnen und ich, ihre Geographie-Leistungsfachlehrerin stehen am Bahnsteig voller Vorfreude auf unsere Exkursion zu zwei der letzten Gletscher in Deutschland. In Schorndorf wurde unsere Gruppe erweitert durch den Geographie-Leistungskurs des Max-Planck-Gymnasiums unter Leitung von Frau Ripper.
Nach einer ausgesprochen interessanten Bahnfahrt (die selbstverständlich völlig anders lief als gebucht) kamen wir in GAP (Garmisch-Partenkirchen) an, und machten uns umgehend (nachdem auch die Gmünder ihre Wanderstiefel angezogen haben) auf den Weg in die Partnach-Klamm. Tief eingeschnitten zwischen massiven Felswänden fließt die Partnach wild und unbändig durch die Klamm. Die Macht und Kraft mit welcher sich die Partnach ihren Weg bahnt, ist wirklich beeindruckend!
Am nächsten Tag ging es zum höchsten Gipfel Deutschlands, der Zugspitze mit 2.962m. Hinauf mit der Zahnradbahn und direkt am Zugspitzplatt ausgestiegen. Es empfing uns eine sehr neblige Zugspitze, von der meistens nicht viel zu sehen war. Leider war der traurige Rest des einst mächtigen Zugspitzgletschers, des Nördlichen Schneeferners sehr wohl zu sehen. Ein Jahr ist die letzte Gletscher-Exkursion her, und so war ich wirklich schockiert, in welchem Ausmaß der Gletscher abgeschmolzen und für immer verloren gegangen ist.
Mit Max Pohl von der Bergschule VivAlpin ging es anschließend auf den Gletscher. Eine Reise durch die Erdgeschichte, auf den Spuren des Eises, aber auch den Spuren, die wir Menschen hinterlassen haben und die der schmelzende Gletscher nun freigibt (nein, kein neuer „Ötzi“ oder „Zugi“). Kurzerhand sammelten wir alles ein, was nicht hierher gehört, seien es Reste von Skistöcken, Kabelstücke, Wehrmachtsmunition oder Folien, die einst zum Abdecken des Gletschers verwendet wurden.
Die Jahresringe des Schneeferners waren sehr deutlich zu erkennen. Sie entstehen, wenn sich Schmutz aus der Atmosphäre auf dem Gletscher abgesetzt und von Schnee überdeckt wurde, der im Laufe von langer Zeit zu Gletschereis wurde. Leider wächst der Gletscher nicht mehr, so dass dies für die meisten Teilnehmer der Exkursion der erste und letzte Besuch des Nördlichen Schneeferners sein wird.
Nach sehr kurzweiligen Stunden auf dem Zugspitzplatt ging es auf den Gipfel, und von hier mit der Gondel hinunter zum Eibsee.
Am Freitagnachmittag kehrten wir wohlbehalten und fast pünktlich nach Schwäbisch Gmünd zurück. Es war eine tolle, lehr- und erfahrungsreiche Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben. Danke Keanu, Anthony, Diana, Matea, Andreas, Devin, Cedric und Hannah! Wir waren ein tolles Team! ….und ich habe fast immer gewonnen (Insider).
Daniela Pipa-Wieloch